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Tips & Tricks für Autogramm- und Visitenkarten

Euer Aushängeschild

Autogramm- und Visitenkarten sind die Erinnerungen, die Eure Fans, der Producer, das Label oder Moderatoren von Radio und Fernsehen von Euch mitnehmen. Sie dienen nicht nur als „Denkzettel“ sondern können auch Sammlerstücke sein. Daher ist es umso wichtiger hier besonderes Augenmerk auf die Gestaltung zu legen.

Ein paar Betrachtungen zu den Design-Kriterien seien hier aufgeführt:

 

1) Das Format

Häufig sieht man Autogramm- und Visitenkarten in Standard Formaten. Autogrammkarten haben häufig DIN A7 Format (hoch), Visitenkarten kommen üblicherweise in 85 x 55 mm Format (hoch oder quer). So werden diese Karten handelsüblich von vielen Onlinedruckereien auch zunächst angeboten. Der Vorteil solcher Standardformate ist, daß sie sich in größeren Sammlungen nahtlos einfügen lassen, in Standard Etuis passen und somit bei Bedarf verfügbar sind. Nachteil hingegen ist, daß man so kein Alleinstellungsmerkmal schafft. Wer auffallen möchte, muss sich absetzen. Das gilt auch und im Besonderen für Eure Karten. Es lässt sich natürlich nicht nur die Größe variieren, sondern auch die Form. Eine quadratische Visitenkarte fällt bereits durch die Form ins Auge … Eine runde Autogrammkarte umso mehr. Technisch ist dies alles kein Problem – der Haken an der Sache ist eher die erhöhten Produktionskosten(Sonderformate) – und hier ist ein rundes Format nochmal deutlich kostenintensiver als ein beliebiges rechteckiges Format. Zum anderen ist nicht jedes Format das auffällt auch gleich zweckmäßig. Ein gezackter Stern fällt sicherlich ins Auge und ist etwas Besonderes, diesen aber 2 mal in die Tasche gesteckt, sind die Ecken abgeknickt oder abgerissen und aus dem „Aushängeschild“ für Euch ist ein ramponierter Fetzen Papier geworden. Das kann nicht in Eurem Interesse liegen. Insofern ist von Formaten mit Spitzen und schmalen Ecken abzuraten.

 

2) Ein- oder beidseitig bedruckt?

Die Vorderseite Eurer Karten sollte klar und übersichtlich gestaltet sein. Wollt Ihr also unbedingt viele Informationen unterbringen, ist die Rückseite hierfür geeignet. Zu bedenken ist, daß eine beidseitiger Druck die Kosten in die Höhe treibt. Außerdem nutzen viele Menschen eine leere Rückseite auf Visitenkarten gerne, um sich zeitnah Notizen zum Gegenüber oder zum Gespräch zu machen, um später die Karte besser zuordnen zu können. Ist diese bedruckt, so entfällt diese Möglichkeit.

 

3) Das Material

Neben dem optischen Eindruck, spielt das Material Eurer Karte eine erhebliche Rolle bei dem ersten Eindruck, den man von Euch bekommt. Ein „fipsiges“ Papier unter 200g/qm wird als billig resp. wenig wertig empfunden. Übliche Visitenkartenkartone bewegen sich zwischen 300g/qm und 350g/qm. Schwerere Papiere fallen zwar haptisch angenehm auf, sind aber aufwändiger in großer Stückzahl zu transportieren (man bekommt davon keine 10 Stück in ins Portemonnaie). Außerdem steigen bei schwererem Papier natürlich auch die Herstellungskosten. Neben der Papierstärke bieten viele Visitenkartenhersteller auch unterschiedliche Papierarten an. So hinterlässt ein strukturiertes Papier oder ein Bambuspapier natürlich einen anderen Eindruck als einfaches gestrichenes Papier (also mit einer üblichen glatten Oberfläche). Wer es ganz besonders haben möchte, kann zum Beispiel auch nach Möglichkeiten fragen gänzlich andere Materialien zu verwenden (Plastik/Gewebe/Metallische Materialien). Andere Materialien aber auch besondere Papiere lassen sich nicht immer mit Digitaldruckverfahren bedrucken (siehe nächsten Absatz). Dies wiederum treibt die Kosten nach oben.

 

4) Der Druck

Beim Druck spielt zunächst einmal die Wahl der Farben eine Kostenrolle. Einfacher SW Druck ist deutlich kostengünstiger als aufwändiger Mehrfarbendruck. Ebenso spielt das Druckverfahren eine Rolle. Digitaldruck ist bei kleinen und mittleren Auflagen die günstigere Wahl. Qualitativ besser ist klassischer Offsetdruck. Dieser bietet außerdem die Möglichkeit Sonderfarben einzusetzen, die im Digitaldruckverfahren nicht zur Verfügung stehen (z.B. Pantonefarben). Weiterhin bieten viele Hersteller inzwischen den Einsatz von Lacken zur Veredelung der Oberfläche oder auch Gestaltung an. So kann man mit dem Einsatz von partiellem Klarlack sehr schöne gestalterische Effekte designen. Metallische Tinte, (Folien)Prägung und UV-Lackierung sind weitere Mittel zur Veredelung. Diese Zusatzfeatures erhöhen natürlich die Aufmerksamkeit für eine Visitenkarte (Etwas Besonderes wird seltener weggeschmissen) – allerdings sind sie auch immer mit zusätzlichen Kosten verbunden. Es lohnt sich allerdings dies im Vorfeld abzuklären, da einige spannende Features wie. z.B. Klarlack kaum zusätzlich ins Gewicht fallen.

Wichtiger Hinweis für Autogrammkarten (aber auch Visitenkarten): Ihr wollt Eure Karten Signieren oder auch einen kurzen Text darauf schreiben. Stellt daher sicher, daß die Karte nicht ganzflächig lackiert ist. Auf einer lackierten Oberfläche lässt sich nur mit Spezialstiften schreiben, die man im Regelfall nicht zur Hand hat. Dies unterbindet auch, daß der Moderator vom Radio oder der Vertreter eines Labels, den Ihr kurz nach den Auftritt getroffen habt, sich noch schnell ein paar persönliche Notizen auf Eurer Visitenkarte macht – ganz schlecht 😉

 

5) Der Inhalt

Häufig ist man geneigt, möglichst viele Informationen auf der Karte unterzubringen. Da ist neben dem eigenem Logo, der Bandname,der eigene Name oder ggf. sogar die Namen aller Bandmitglieder. Dann möchte man eine Adresse, Telefonnummer, einen Link auf die eigene Homepage und eine Emailadresse darauf haben. Gerne wird dann noch Facebook, Spotify, Youtube und Instagram erwähnt. Und plötzlich weiß man nicht mehr wohin mit all den Informationen. Da ist man schnell geneigt die Rückseite aus Übersichtlichkeitsgründen mit zu bedrucken. Wir raten allerdings davon ab. Wie so häufig, gilt auch hier die Regel „KISS“ (Keep It Simple Stupid). Weniger ist mehr. Überlegt Euch also genau, was wirklich auf der Karte stehen muss. Die Vorderseite sollte die Pflicht enthalten – die Rückseite darf die Kür zeigen. Unsere Minimal-Empfehlung lautet:

für Visitenkarten: Bandname, Logo, Webseite, Emailadresse und Telefonnummer – Rückseite Fotos/Grafik/Freiraum für Notizen

für Autogrammkarte: Offizielles Foto/Logo, Künstler/Bandname, Webseite – Rückseite leer/Foto(s)/Tourdaten/Postkarten Layout

 

6) Das Design

Ein paar generelle Regeln für das Design sollte man beachten.

Für eine Autogrammkarte steht das Foto des Künstlers oder des Band im Vordergrund. Dieses sollte professionell und qualitativ hochwertig sein. Auch ein gutes Bild eines Konzertes kann hier verwendet werden. Bei einer Band sollte man darauf achten, daß auch wirklich alle Mitglieder der Band zu erkennen sind. Falls das Foto mit schwarzem oder dunklem Hintergrund entstanden ist, gilt es beim Design darauf zu achten, daß es eine Fläche für Unterschriften gibt, die hell ist. Wenn man nicht gerade Spezialstifte verwendet, kann man sonst die Unterschriften nicht erkennen. Ist dies designtechnisch auf der Vorderseite nicht möglich bietet sich auch eine entsprechend aufbereitete Rückseite an – dies sollte aber falls irgend möglich umgangen werden, da man dadurch Bild von Unterschrift trennt. Ein Logo kann als Overlay über das Frontbild gelegt werden, um den Identifikationsgrad zu erhöhen.

Bei einer Visitenkarte ist häufig der Einsatz eines guten Logos vollkommen ausreichend. Ist bereits ein Logo vorhanden, so sollte das Design der Karte den Stil des Logos unterstreichen. Gleiches gilt auch für die Typografie und Farbwahl. Gänseblümchen auf Rosa Hintergrundpapier mit Digitaler Typo sind für eine Grindcore Band eher unglücklich.

Für die meisten Designs gilt: weniger ist mehr. Denn wer Eure Karten in die Hand bekommt, soll sofort erkennen um wen es sich handelt und auch alle wichtigen Informationen gleich erkennen. Eure Karten sind Euer Aushängeschild. Hier macht sparen wenig Sinn.

Wenn Ihr zu dem Thema weitere Fragen habt oder Beratung braucht, stehen wir vom Sound Marketing Team Euch gerne jederzeit zur Verfügung.

Autor:
Timo Bierbaum

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